KAD-WAVE

KAD-WAVE

Referatsgruppe zu Sichtbarkeit, Aufarbeitung und Erinnerungskultur im Kontext transnationaler Adoption.

Wir setzen uns dafür ein, dass Erfahrungen auslandsadoptierter Menschen in Deutschland sichtbarer werden und stärker in Aufarbeitung und Erinnerungskultur eingehen.
Die Geschichte und Gegenwart transnationaler Adoption sind in Deutschland bis heute nur wenig öffentlich sichtbar, dokumentiert und aufgearbeitet.
Viele Themen, die adoptierte Menschen über Jahre oder Jahrzehnte begleiten, werden noch immer vor allem als private Fragen behandelt. Gleichzeitig berühren sie gesellschaftliche, politische und historische Zusammenhänge. Genau hier setzen wir an.
Wir machen Erfahrungen, Wissen und strukturelle Leerstellen sichtbar und schaffen Räume für Beteiligung, Austausch und öffentliche Auseinandersetzung.

Zur Umfrage

Warum dieses Thema sichtbar werden muss

Mehr als eine private Familiengeschichte

Seit den 1950er Jahren wurden offiziell rund 168.000 Kinder aus Südkorea weltweit adoptiert, davon etwa 2.353 nach Deutschland. Hinzu kommen weitere tausende transnationale Adoptionen aus anderen Herkunftsländern. Nach Aussage der GZA, der Gemeinsamen Zentralen Adoptionsstelle, sind es insgesamt rund 10.000 Adoptionen aus dem Ausland nach Deutschland.

Trotz dieser Geschichte ist transnationale Adoption in Deutschland bis heute nur punktuell öffentlich aufgearbeitet worden. Viele Erfahrungen bleiben im Privaten, in Verwaltungsakten oder in institutionellen Zuständigkeiten gebunden und werden kaum als Teil einer größeren gesellschaftlichen Geschichte gelesen. Perspektiven adoptierter Menschen kommen in öffentlichen, fachlichen und erinnerungskulturellen Zusammenhängen bislang nur wenig vor.

Wir verstehen diese Leerstelle nicht nur als Mangel an Sichtbarkeit, sondern auch als Auftrag, Erfahrungen aus Community-Perspektive zu dokumentieren, aufzuarbeiten und öffentlich einzuordnen.

Was KAD-WAVE macht

Von der Community für die Community

Wir entwickeln communityzentrierte Formate an der Schnittstelle von Recherche, Dokumentation, Beteiligung und Öffentlichkeit.

Dazu gehören unter anderem Umfragen, Recherche, Archivaufbau, Publikation, Austauschformate und öffentliche Vermittlung.

Aktuelles

Aktuell starten wir zwei Umfragen. Sie sind für uns ein erster wichtiger Schritt, um Erfahrungen, Interessen und Perspektiven auslandsadoptierter Menschen sichtbarer zu machen.

Die Ergebnisse helfen uns, Bedarfe besser zu verstehen, Themen zu vertiefen und daraus weitere Formate für Dokumentation, Aufarbeitung, Austausch und Erinnerungskultur zu entwickeln.

Community-Umfrage 2026

Erfahrungen und Bedarfe sichtbar machen

Hier geht es um Erfahrungen, Themen, Unterstützungsbedarfe und das Interesse an weiterer Beteiligung.

Die Ergebnisse helfen uns, Themen zu vertiefen und weitere Formate für Sichtbarkeit, Dokumentation, Aufarbeitung und Erinnerungskultur zu entwickeln.

Zur Umfrage

Vorstudie 2026

Erfahrungen sichtbar machen

Hier geht es vertiefend um Herkunft, Aktenzugang, Identität und Diskriminierungserfahrungen.

Es handelt sich nicht um eine wissenschaftliche Studie, sondern um eine communitynahe Vorstudie. Sie soll dazu beitragen, Erfahrungen sichtbarer zu machen, Themen besser einzuordnen und weiteren Aufarbeitungsbedarf zu erkennen.

Unsere Umfragen richten sich an Menschen, die im Rahmen einer Auslandsadoption beziehungsweise transnationalen Adoption adoptiert wurden. Willkommen sind auch Menschen, die bisher wenig oder keinen Kontakt zur Community hatten, sowie Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländern.

Umfrage startet ab Mitte Juni und wird dann hier verlinkt.

Wofür KAD-WAVE steht

Wisdom: Erfahrungen reflektieren und Wissen teilen
Acknowledgment: Geschichte anerkennen und aufarbeiten
Voice: Perspektiven selbst sichtbar machen
Empowerment: Community stärken und vernetzen

Unser Platz in der Erinnerungskultur

Unser Ziel ist es, Erfahrungen auslandsadoptierter Menschen nicht nur zu sammeln, sondern in öffentlich zugängliche Formate zu übersetzen, die Wissen sichern, Sichtbarkeit stärken und gesellschaftliche Aufarbeitung fördern.

Aus den Umfragen und der weiteren Recherche sollen schrittweise Formate wie Archivaufbau, Publikation, Austauschformate und öffentliche Vermittlung entstehen.

Stimmen aus KAD-WAVE

Zitate
„Unsere Geschichten sind mehr als privat. Sie sind politisch, historisch eingebettet und kollektiv erfahrbar.“

„Das vorherrschende Narrativ ‚Gerettet‘ verdeckt Verlust und Gewalt.“

„Wir sind Teil der deutschen Migrationsgeschichte. Es ist Zeit, dass unsere Geschichten auch in der Erinnerungskultur ihren Platz bekommen.“

Mitmachen

Auch kleine und punktuelle Beiträge helfen uns sehr. Nicht jede Unterstützung muss langfristig oder öffentlich sichtbar sein. Aktuell freuen wir uns besonders über Unterstützung in den folgenden Bereichen:

Liste

  • Teilnahme an unseren Community-Umfragen
  • Weiterverbreitung der Umfragen
  • Unterstützung bei Gestaltung und Weiterentwicklung der Landingpage
  • Interesse am Archivaufbau
  • Unterstützung bei Förderanträgen
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Vernetzung mit Akteurinnen, Beteiligten und Zeitzeuginnen
  • Materialien, Hinweise oder Wissen, die für Aufarbeitung und Sichtbarkeit hilfreich sein können
  • Spenden

Meldet euch gerne bei kadwave.lead@kadev.org

Für Medien, Kooperationspartner*innen und Interessierte

Wir freuen uns über Austausch mit weiteren Adoptierten, mit Kooperationspartner*innen sowie mit Menschen und Institutionen, die unsere Arbeit in den Bereichen Archiv, Kommunikation, Forschung, Fördermittel und Öffentlichkeitsarbeit unterstützen möchten.

Kontakt

Wer mit uns in Kontakt treten, etwas teilen oder unsere Arbeit unterstützen möchte, kann uns gern schreiben.

Referatsleitung: kadwave.lead@kadev.org:
Sue Glaeser

Team: kadwave.team@kadev.org:
Jessica Bagdahn, Kai Joo Flohrer, Maya Haerting, Melanie Kleintz, Kamala Mauerer, Tim Warmbier, Sandra Winkelmann