Seminar: Die Umstände meiner Adoption

Hamburg, 25. – 26. Juni 2022

Die eigene Adoption ist mit vielen Fragen verbunden. Beginnend mit der Dokumentation aus einer vergangenen Ära, in einem fernen Land und teils unbekannter Sprache.
Dieses Seminar soll insbesondere Adoptierten, die sich das erste Mal oder wiederholt an ihre Akte heranwagen, helfen, die Bedeutung der verschiedenen Dokumente, die Glaubwürdigkeit der Informationen aber auch den sozialen und historischen Kontext zu vermitteln. Darüber hinaus soll die damalige und heutige Rechtslage in beiden Ländern angeschnitten werden.

Die Auseinandersetzung mit der eigenen Adoptionsgeschichte kann jahrzehntelang verdrängt werden. Früher oder später ist man aber mit der eigenen Adoptionsgeschichte konfrontiert, was im schlimmsten Fall zu einer Identitätskrise führen kann. Leider ist oft auch das Verhältnis zu den Adoptiveltern erschwert, so dass es schwierig sein kann, auf alle Unterlagen Zugriff zu erhalten. Wir möchten euch anleiten, wie man in Deutschland und Korea auf seine Akten zugreifen kann.

Aufgrund unserer Sozialisation im Westen ist der historische und soziale Kontext der Adoptionspraxis in Korea auch oft schwer nachvollziehbar, daher werden wir auch dieses Thema besprechen.

Auch wenn vielversprechende Informationen in den Adoptionsakten vorhanden sind, sind aufgrund von Reformen in Korea hinsichtlich der Transkription von Hangul in lateinische Buchstaben (z. B. Busan statt Pusan) oder im Adresssystem (Straßensystematik, die erst spät eingeführt wurde vs. Grundstücksnummerierung) bspw. vorhandene Ortsangaben, schwer zu lokalisieren und führen scheinbar in eine Sackgasse.

Aus moralischer Sicht erhoffen sich Adoptierte oft das Recht auf Kenntnis ihrer Herkunft. Da die Rechtslage im international sehr unterschiedlich ist (Den Haager Kinderrechtskonvention vs. deutsche Gesetze vs. koreanische Gesetze vs. Perspekte von Aktivisten für die Rechte von Adoptierten), ist es wichtig, auch die unterschiedlichen rechtlichen Kontexte zu besprechen.

Tag 1 Samstag 25.06.22
UhrzeitThemaKommentar
10.00 – 12.00 Zugriff auf meine AdoptionsunterlagenGastreferentin: Linda Süß – GZA Gemeinsame Zentrale Adoptionsstelle – Hamburg
12.00 – 13.30 Mittagessen / Zeit zum Austausch
13.30 – 15.30Inhalte der Adoptionsakte Referentin: Dr. Anja Michaelsen
15.30 – 16.00 Pause / Zeit zum Austausch
16.00 – 17.00 Historischer Kontext der Adoption aus koreanischer SozialstaatsperspektiveReferent: tbc
17.00 – 18.00 Wrap-up Tag 1 / Diskussion
19.30 – 20.30 Abendessen
21:00 – 22.00 Filmvorführung (Kurzfilm Ado in Korea und Diskussion mit Regisseur)tbc
Tag 2 Sonntag, 26.06.22
UhrzeitThemaKommentar
10.00 – 12.00 Recht auf HerkunftsinformationGruppendiskussion und Vortrag
12.00 – 13.30Mittagessen / Zeit zum Austausch
13.30 – 14.00 Wie nutze ich die vorhandenen Informationen in meiner Akte – welchen Strohhalm gibt es?
14.00 – 15.00 Welche Stellen gibt es in Korea – wer hilft bei der Familiensuche
15.00 – 15.30 Pause / Zeit zum Austausch
15.30 – 16.30 Wrap-up / Offene Fragen

Veranstaltungsort ist das Museum am Rothenbaum. Kulturen und Künste der Welt (MARKK) in Hamburg (Rothenbaumchaussee 64, 20148 Hamburg). Übernachtung und Frühstück finden im Moxy Hamburg City (Anckelmannstraße 11, 20537 Hamburg) statt.

Die Veranstaltung wird ermöglicht durch Unterstützung durch das koreanische Ministerium für Gesundheit und Soziales sowie der Behörde National Center for the Rights of the Child – 아동권리보장원.

In der Teilnahmegebühr von 70€ (im Einzelzimmer) bzw. 50€ (im Doppelzimmer) [Nichtvereinsmitglieder jeweils + 20€] sind Frühstück, alle weiteren Mahlzeiten, die in der Agenda aufgeführt sind, Erfrischungen, die Raummiete sowie eine Übernachtung (von Samstag bis Sonntag) sowie die Kosten für die Referenten bereits enthalten. Auf eigene Kosten sind Anfahrt, Parkgebühren + ggf. weitere Übernachtungen zu tragen.

Anmeldung: Formular